Szene aus "Alles muss glänzen", Deutsches Theater Göttingen

Fotos: Thomas Aurin

Deutsch von Brigitte Landes
mit: Andrea Strube, Nathalie Thiede, Lukas Beeler, Gaby Dey, Gabriel von Berlepsch, Ronny Thalmeyer
Regie: Isabel Osthues
Bühnenbild: Jeremias Böttcher
Kostümbild: Mascha Schubert
Premiere: 3. Juni 2021
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Der Tisch ist für die ganze Familie gedeckt, die Flunder nach einem neuen Rezept aus der Zeitschrift gart im Ofen und im Radio laufen die Wunschhits von früher. Alles muss glänzen im Haushalt von Rebecca und dafür leistet sie bestens gelaunt und in High Heels ganze Arbeit. Doch leider fehlen ein paar Faktoren in ihrer Rechnung: Ihr Mann ist vor längerer Zeit ausgezogen, um sein Glück zu suchen und noch nicht wieder zurückgekehrt. Genauso wie ihr Sohn, der wiederum den Vater wiederfinden wollte. Doch Rebecca glaubt ungebrochen daran, dass die beiden zurückkehren werden und denkt stoisch positiv, wovon sie nichts abhalten kann: nicht die verschwundenen Männer, nicht die Sintflut, die vor der Tür steht, nicht die Nachbarin, die sich in ihrem Bad umbringt, nicht der Wal, der in die Wohnung schwappt, nicht der alttestamentarisch zornige Zeuge Jehovas und auch nicht der Vergewaltiger, den sie als ihren früheren Lateinlehrer enttarnt. Und am Ende stellt sich sogar heraus, dass an dem Glauben an das Gute und das Glück doch etwas dran ist. Angesichts einer objektiv betrachtet eher etwas trostlosen Situation – verlassene Frau Ende vierzig spielt heile Welt – könnte man bei »Alles muss glänzen« ein kritisches Sozialdrama erwarten. Doch Noah Haidle liebt die Menschen und schreibt eine lebensbejahende Komödie mit heiter-skurrilen Einfällen und Wendungen.
Presse
Ansteigende Fluten
»Liebevoll und mit feiner Ironie zeichnet Osthues die Figuren, lässt sie manchmal unvermittelt ausscheren ins Surreale und Slapstickartige: mit einem nervös am Handgelenk verknoteten Regenmantel oder einem expressiven Tanz auf halber Treppe.«
Katrin Ullmann, Theater heute 10/2021

Rebekkas biblische Apokalypse
»Das Stück fordert vom Ensemble einen heftigen Spagat zwischen der Ernsthaftigkeit, die diese Charaktere auf der Bühne brauchen, und den surrealen Ereignissen, die sehr schrill sein können. Regisseurin Ostheus hat das fein austariert, und die Akteure sind ihr dabei gefolgt … Jeremias Böttcher hat für dieses Spektakel eine sehr variable Bühne entworfen … Mascha Schubert hat mit ihren Kostümen zu einer 1960er-Jahre-Atmosphäre beigetragen … Am Ende applaudierte das Publikum sehr freundlich.«
Peter Krüger-Lenz, Göttinger Tageblatt 5.6.2021

Wie man die Wirklichkeit frisiert
»Viel Applaus spendeten die Zuschauer zum Auftakt für die Inszenierung von Isabel Osthues über den verzweifelten Versuch einer Mutter, die Illusion vom geglückten Leben zu erhalten.«
Ute Lawrenz, HNA 7.6.2021

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