Fotos: Karen Stuke

mit:
Franziska Werner, Robert Zimmermann

Bühnenfassung und Regie: Isabel Osthues
Bühne und Kostüme: Thilo Zürn

Für Paulina ist Maulen viel mehr als nur Sich-Ärgern oder Rumstänkern. Für sie ist es eine Lebenseinstellung. Und daher wird sie auch von allen Maulina genannt. Wenn sie der Maul packt, dann rette sich wer kann. Es fängt meistens mit einem Ziehen in den Knien an, einem Kribbeln in der Ferse. Dann pumpt es im Nacken, brodelt im Bauch, die Wut steig, und schließlich stampft sie mit den Füßen, kratzt und brüllt, bis das Haus wackelt. Wer Maulina kennen lernen will, muss ihr zuhören und diese Maul-Plosionen ertragen.
 Nachdem Maulinas Eltern sich getrennt haben, musste sie aus ihrem Königreich Mauldawien - einer urgemütlichen Wohnung mit zahllosen Topfpflanzen und Erdbeeren auf dem Balkon – umziehen in ein muffeliges, kleines quadratisches Haus, in dem alles aus Plastik zu sein scheint: Griffe, Fenster, Fensterbänke. Überall greifen Plastikarme aus der Wand: in der Badewanne, neben dem Klo, über dem Bett. Und ihre Mutter scheint das auch noch ganz normal zu finden. Maulina kann und will es nicht verstehen: Wer soll denn freiwillig in solchen Wohnungen leben? In Plastikhausen?
 Darauf weiß ihr neuer Freund Paul zunächst auch keine Antwort. Paul hat Maulina in ihrer neuen Schule kennen gelernt. Da laufen zwar nur die letzten Eierbecher rum. Doch Paul ist irgendwie anders. Er hat auch kein leichtes Leben, aber darüber reden ist nicht seine Sache und maulen schon gar nicht. Gemeinsam kommen die beiden dem Geheimnis von Plastikhausen auf die Spur und begreifen langsam, dass manche Dinge nicht zu ändern sind, auch wenn man sich noch so sehr aufregt.
Presse
Oh, wie dieses Mädchen schäumt vor Wut. Es stampft und brüllt, die Augen zusammengekniffen, die Stirn in Falten gelegt. Die miefige Bude aus Plastik, in die es mit der Mutter nach der Trennung vom Vater gezogen ist, bringt das Blut der Zehnjährigen zum Kochen.
„Es war einmal. Da hatten wir noch alles. Uns“, motzt Paulina böse, die alle nur „Maulina“ nennen. Da ahnt der Zuschauer, dass „Die erstaunlichen Abenteuer der Maulina Schmitt“, die jetzt im Spielraum des Oldenburgischen Staatstheaters Premiere feierten, wie Pfannkuchen schmecken würden. „Mal salzig, mal süß“, wie Paulinas Opa so passend sagt.
(...) Regisseurin und Schauspielerin sind ein gutes Team. Beide Handschriften sind eher feinfühlig und sanft, durchzogen von feinem Humor und zarter Tragik. Der Regie obliegt eine Poesie, die durch das Bühnenbild unterstrichen wird. (...) Süß und salzig wie ein Pfannkuchen.
Nordwest Zeitung
Einladung zum Jugendtheatertreffen
Die Inszenierung "Die erstaunlichen Abenteuer der Maulina Schmitt" wurden zum  5. Norddeutsches Kinder- und Jugendtheatertreffen „Hart am Wind“ nach Hamburg eingeladen.

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